BAMBUSHAIN ![]() |
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Von der Art, Zen zu lehren Es ist eine Frage, die mir häufig von Interessierten gestellt wird: „Wann und wie unterrichten Sie?“ Oft auch ist die Frage noch unkonkreter: „Wann sind Ihre Zazen-Gruppenzeiten? Ich möchte gerne Zen lernen!“ Dies rührt unter anderen von der Entwicklung des Zen in Deutschland in den letzten 25 Jahren. Zen ist seit langem trendy und über die Jahre entwickelten sich zahlreiche Zen-Meditationsgruppen in vielen Städten. Aufgrund eines Mangels an Dharmalehrern entstand der Eindruck, dass Zen-Training bzw. Zen-Schulung sich auf regelmäßiges Sitzen in der Gruppe und dem Lauschen vorgelesener Texte (meist verstorbener Dharmalehrer) reduziere. Viele, die mich fragen, wie und wo man bei mir Zen lernen kann, sind im Grunde auf der Suche nach einer „Sitzgruppe“, wo man einfach zusammen sitzt. Dabei sind solche Gelegenheiten doch allerorten zu finden. Setzen Sie sich in ein Wartezimmer, beim Arzt, beim Arbeitsamt, beim Sozialamt. Gefällt Ihnen dort das Interieur nicht, dann gibt es auch nette Parks, in denen man schweigend in Gruppen sitzt. Linienbusse, Straßenbahnen, etc.. Wo ist der Unterschied, wenn wir die Konzepte, was ein Arbeitsamt, was Zen, was ein Park ist, beiseite lassen? In meiner Dharma-Linie ist die Zen-Schulung umfangreich, vielfältig. Die Lehrer/Schüler-Beziehung ist ein sehr persönlicher von Angesicht zu Angesicht-Kontakt, ein Prozess, der unter vier Augen stattfindet. Zudem gibt es Events verschiedenster Art, die auch in Gruppen stattfinden (z.B. Sesshin), doch das Studium der Sanbao (drei Kostbarkeiten), der Jukai (Regeln), klassischer Sutren wie Hannya Shingyo, Sandokai, der Go-I, etc. findet im Lehrer/Schüler-Dialog statt. Seit 8 Jahren unterweise ich den Zen-Dharma. Oft werde ich gefragt, wie viele Zen-Schüler/innen ich habe und immer wieder verwirrt mich die Frage etwas. In gewisser Hinsicht habe ich rd. 250 Schüler, in einer anderen rd. 20, in einer ganz konkreten Hinsicht drei. Woher dies rührt und was es meint? Wenn ich zurückschaue, so waren der Großteil meiner Lehrer Chinesen. Das prägt irgendwie. In China ist es so, dass ein Lehrer Schüler hat, und er hat Schüler und er hat ein paar Schüler. So erfahre ich in meinem Leben – und Zen ist nichts anderes als das tägliche Leben -, dass viele Menschen von mir gelernt haben – ohne, dass ich in diesen Begegnungen je das Wort Dharma benutzt habe. So gibt es einige Menschen, die mir nah waren oder sind, und meinen Weg eine zeitlang begleitet haben und in deren Tun und Sein ich den Dharma wieder erkenne. Oftmals wird dies dann liebevoll von ihnen benannt und sie sagen: „Das hab ich von Dir!“ und lächeln. In einem anderen Kontext unterrichte ich verschiedene chinesische Künste, darunter Kungfu, Taijiquan, Qigong und Tuschemalerei. Auch hier gebrauche ich Begriffe wie Buddha oder Dharma so gut wie nie. In unserer Bambushain-Akademie, einem offenen Gesprächskreis aller Schüler, entdecke ich immer wieder, wie viel sie vom Zen verstanden, realisiert haben, doch sie sprechen dabei nie über Zen. Das erfreut mich immer wieder besonders, denn es zeigt, dass sie nicht einem „Zen-Konzept“ folgen. Konzept in diesem Sinne lässt sich am ehesten veranschaulichen mit einer gefüllten Teetasse. Das Konzept ist die Tasse, die Essenz ist der Tee. „Vergiss die Tasse und trinke den Tee!“ Leider gibt es allzu viele Tassensammler auf der Welt, die mehr mit den Konzepten des Zen beschäftigt sind, denn mit der Essenz. Eine weitere Schülergruppe sind jene, die mehr oder minder regelmäßig an Zen-Events (z.B. Sesshin) teilnehmen. Die letzte Gruppe ist die der „angenommenen“ Schüler, jener, die den Dharma in voller Tiefe studieren wollen, die die Gelübde ablegen – wohlgemerkt, nachdem sie sie studiert haben! Welcher ist nun Ihrer Meinung nach der „richtige“ Zen-Schüler? Ich hoffe, Sie erkennen, dass diese Frage sich so nicht beantworten lässt. „Studium und Praxis sind nicht zweierlei!“
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