"Ich wollt mal zum Sitzen vorbeikommen..."
Der Bambushain ist offen für alle Interessierten und es bedarf keines großen Zeremoniells, wenn man seine Arbeit kennenlernen möchte. Es ist allerdings auch nicht so, dass „man mal eben so zum Sitzen vorbeikommen kann“.
Manche fragten in der Vergangenheit folgendermaßen an: „Hallo, ich wollte mal fragen, wann Ihr denn so sitzt, ich würd da auch mal zum Probesitzen kommen wollen!“
Wenn man/frau „nur mal so mitsitzen“ möchte, empfehlen wir öffentliche Verkehrsmittel, Wartezimmer beim Arzt, Parkbänke o.ä.. Da ist es auch recht still, anonym, auch da haben alle Wesen Buddhanatur und zeitlich ist man wesentlich flexibler.
Zen im Bambushain
In einem Einführungsgespräch zwischen Lehrer und Interessenten wird in entspannter Atmosphäre geschaut, ob der Bambushain-Sangha mit seinen Angeboten und Interessent/in mit seinen/ihren Bedürfnissen zusammenpassen. Bei positivem Verlauf tritt der/die Interessent/in ein "Schnupperjahr" an als "Reisende/r".
- Reisende/r
Wer sich für die Arbeit des Bambushain-Sanghas interessiert,
beginnt seine Mitgliedschaft als „Reisende/r“. Dies ist die
„Schnupperphase“, in welcher die Arbeit des Sangha entdeckt
und erkundet werden kann. Die Schnupperphase ist zeitlich nicht
beschränkt und beinhaltet das Studium der Drei Kostbarkeiten.
- Novize/Novizin
Der/die Novize/Novizin hat die Schnupperphase beendet und
strebt eine Intensivierung des Zen-Studiums an. Er/sie übernimmt
nicht nur Verantwortung für seine Praxis, sondern ebenso
für den Sangha. Er/sie hat das erste Studium der Drei Kostbarkeiten
beendet, beginnt u.a. mit dem Studium der Jukai, lernt die
verschiedenen Verhaltensregeln im Tempelraum, beginnt mit
dem Nähen des eigenen Rakusu, fungiert in verschiedenen Funktionen
bei Zeremonien, leitet als Jikijitsu das Zazen an, praktiziert
u.a. Zazen 18 und/oder 108 und legt zum Noviziat die ersten
Drei Gelübde zu den Sanbao ab.
- Ordinierte/r
Nach Ablauf mindestens eines Jahres kann ein/e Novize/Novizin
die Laien-Ordination empfangen, legt die Jukai (10 Gelübde) ab
und erhält einen Dharma-Namen. Er/sie setzt Zen-Studium und
Praxis fort, u.a. Zazen 108, Wuji-Pilgerung, Textstudium, fungiert
in verantwortlichen Positionen innerhalb der Zen-Zeremonien
und setzt sich zum Wohle aller Wesen ein.
Die verschiedenen Stufen stellen jedoch keinen Pflichtverlauf dar, sondern spiegeln vielmehr die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen. Der Zhulinci erwartet von niemand, dass er/sie einen Ordinationsweg nimmt.